
Christine Dangl
geboren 1980, lebt und arbeitet in Wien
Da, wo die Realität scheinbar Lücken aufweist oder “Hilfe” benötigt, um “Sinn” zu ergeben, habe ich als Kind mittels Stift und Papier “nachgeholfen”. Nach einem Studium der Malerei und Grafik in Wien, Göteborg (Schweden) und Rennes (Frankreich) ist die ursprüngliche Motivation letztlich die gleiche geblieben: mich immer wieder neu in meine Welt “einzuzeichnen”.
Artist Statement
In meiner künstlerischen Arbeit geht es mir um das Sichtbarmachen einer Idee, die im Werden begriffen ist.
Es ist ein Zustand des Übergangs: Das Bild strebt einer ersten Identität entgegen, bricht dann aber aus und folgt seinen eigenen Gesetzen. Durch Manipulation der Materialien, durch die Collage und das Arbeiten auf mehreren Ebenen wird der Entstehungsprozess sichtbar und zeigt auch den spielerischen Aspekt in der Komposition. Dabei wird dem Negativraum und dem Formlosen die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wie der zentralen Figur.
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Die ursprüngliche Idee ist lediglich ein Ort des Aufbruchs. Sobald ich auf dem Weg bin, wird sie nach und nach über Bord geworfen. Dabei ist das fortlaufende Filtern und Klären all der einströmenden Informationen ein Prozess ohne Ende. Aus den “Trümmern” verworfener Ideen entsteht etwas Neues, Unvorhergesehenes. Weil das Empfangen von immer neuen Informationen während des Kreierens so schnell abläuft, arbeite ich an mehreren Bildern gleichzeitig. Daraus ergibt sich in Hinblick auf das einzelne Bild eine Entschleunigung, die den Entstehungsprozess sichtbarer macht und mir zugleich erlaubt, bewusster einzugreifen. Mein ständiger Begleiter auf diesem Weg ist der Zweifel, ob ich nicht noch radikaler vorgehen und dadurch größere Schritte machen könnte. Es ist die Vision eines möglichen Quantensprungs, die mich immer weiter antreibt. Wenn sich ein solcher Sprung zu manifestieren scheint, ist dieser jedoch stets nur ein augenblickliches Ankommen. Da die Wirklichkeit inkohärent ist, sind es auch alle Interpretationen davon.
Kunst als Weg der Selbstverwirklichung zu verstehen, bietet mir die Möglichkeit, die im Leben auftauchenden Sackgassen weiterzudenken und scheinbar “reale” Grenzen zu überwinden. Im Prozess des Malens versuche ich, den Raum des Möglichen zu erkunden und mich vom Diktat der Ergebnisorientierung zu lösen.
